Neue Sächsische Galerie
Elisabeth Harnik – pDave Rempis – saxFred Lonberg-Holm – celloTim Daisy – dr
… Harnik läßt in einer organischen Handhabungsweise geräuschdefinierte Klangqualitäten aus dem Innenleben des Klaviers mit den determinierten Tonwelten der Klaviatur zueinander und ineinander streben. Das charakterisiert sie als eine hervorstechende Klavierstilistin. Über Szenegrenzen hinweg. Trieb sich die Pianistin zu Beginn des neuen Millenniums vorrangig in der brodelnden österreichischen freien Improvisationsszenerie mit erfrischendem Eigensinn herum, ergaben sich im Laufe der Nullerjahre, …, immer intensivere Kontakte zur jüngeren Chicagoer Jazz-Avantgarde. … Aus jener Zeit rühren auch Harniks enge Kontakte zu den Musikern, die sie zu ihrem Earscratcher Projekt geladen hat. Allesamt ausgesprochene Individualstilisten. Technisch beschlagen, die Fantasie ständig auf Reisen. Und sie gehören zu den maßgeblichen Kreativköpfen der zeitgenössischen amerikanischen Improvisationsmusik. Was sie an den Chicagoer Musikern derart schätzt, ist, wie Harnik es formuliert, die unprätentiöse Selbstverständlichkeit mit der diese zwischen dem Gestus des Free Jazz und Techniken bzw. Klangästhetiken der zeitgenössischen experimentellen Musik hin und her zu switchen in der Lage sind. Dieser Prämisse folgend nehmen im Schaffen der Musiker Komposition und Improvisation einen äquivalenten Status ein. Was dem musikalischen Naturell von Elisabeth Harnik sehr entgegen kommt. Auch wird nicht Tonalität gegen Atonalität, in time gegen out of time-Spielen, Klarheit gegen Abstraktion aufgewogen. Sämtliches hat seine Zulassung. Das Brennglas ist bei Earscratcher jedoch auf das Momenterfinden, das ad hoc-Reagieren, die Sensibilität des Hörens gerichtet. Synergie wird im Überfluss vorhanden sein. Elisabeth Harnik bringt das Ansinnen des Quartetts so auf den Punkt, wofür auch der Bandname steht: klangforschen, experimentieren, zuhören…, aber auch irritieren, reizen, herausfordern.
Werte Hörerschaft, diese Klangwelten dürften sie ordentlich kratzen. (nach Hannes Schweiger)
Ein gemeinsames Projekt von Jazzclub „FUCHS“ e.V. und B.I.G. e.V. Chemnitz.Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts. Mit freundlicher Unterstützung durch den Kfz-Meisterbetrieb Bondzio.Eintritt: 15 €, erm. 8 €
Sergio Armaroli – vibVeli Kujala – accHarri Sjöström – saxGiancarlo Schiaffini tb
Haben Sie schon einmal Quarter-Tone-Akkordeon, Vibraphon, Posaune und Saxophon zusammen improvisieren hören? Das Quartett Armaroli/Kujala/Schiaffini/Sjöström vereint vier Improvisatoren der Extraklasse deren brillantes Zusammenspiel, Aufrufen faszinierender innerer Stimmen und Deklination vielfältiger Klangnuancen zu einer zeitgenössischen improvisierten Musik von klassischer Größe führt. Die vier Musiker nähern sich dem Kern der dialogischen Perspektive, indem sie den Klang als eine sich wandelnde Materie betrachten und uns auf eine faszinierende, hochkomplexe kammermusikalische Reise durch Texturen, Melodien und innovativen Positionen mitnehmen. Woher kommt solche Musik? Die reiche Musiktradition Italiens und Finnlands scheint auf, zahlreiche diffizile Spiegelungen werden verwoben, Orchestrales und Individuelles verschwimmt, die Jazztradition wird umarmt, – all dies nie unisono sondern sich stets separat ins Verhältnis setzend. Das ist wirklich große Kunst, die uns eine eigene Welt schenkt.
Das finnisch-italienische Ensemble erhielt für seine beiden ersten Alben „Windows & Mirrors |Milano Dialogues“ 2022, sowie „More Windows & Small Mirrors | Milano Dialogues“ 2023 die TOP 3 Bewertung der Zeitschrift Jazz-Podium.
Familiennachmittag in der Ausstellung Tropikalypse now - Collagen von JAN BROKOFFür die Technik der Collage braucht man nicht viel: Schere, Leim und natürlich Papier. Dazu kann prinzipiell alles verwendet werden, was sonst im Papierkorb landet. Und schon kann es losgehen... Aber so einfach ist es dann doch nicht. Bildaufbau und Farben müssen genau überlegt werden, verschiedene Muster, Schriften oder Zeichen und Bilder wollen mit Bedacht eingesetzt sein, wenn das Kunstwerk gelingen soll. Beim Erarbeiten einer Collage gibt es verschiedene Herangehensweisen, die an diesem Nachmittag kurz vorgestellt werden. Anschließend gibt es Gelegenheit dies selbst auszuprobieren.Beginn: 14 Uhr (Dauer ca. 90 min.)Eintritt: 5 €, erm. 3 € (bis 18 Jahre frei)Bitte Malkleidung mitbringen!
Fast jeder Mensch hat in seinem Leben schon mal eine Collage gemacht.Sie geht einfach, schnell und es braucht weder viel Werkzeug noch Material.Fast jeder Mensch hat es somit einmal im Leben versucht, sich ein Bild von der Welt zu machen. Eine Ur-Erfahrung die uns alle vielleicht verbindet.In erster Linie ist es ein unendlicher Spaß zu collagieren und das ist gleichzeitig Ihr Problem. Wenn etwas einfach und schnell geht, wird es nicht ernst genommen. Im Tempo liegt jedoch etwas Widerständiges: Schneller Spaß entgleitet der Kontrolle, bei der Collage wie beim Collagierenden. Die Verwirrung kommt beim Kleben, die Überforderung beim Sichten des schier unendlichen Materials. Und der Größenwahn, wenn wir Häuser auf ferne Planeten bauen und einfach Arme, Beine und auch Köpfe abschneiden, ist schaurig und lustvoll zugleich.Eine Collage ist ambivalent, sie ist ein Kannibale und hoch explosiv. Sie ist keine Information, kein Journalismus, kein Kommentar. Nur für Erwachsene.
Workshop ab 16 Jahre, Kosten inkl. Eintritt und Material : 20,00 € (fällig bei Anmeldung) / Beginn 10 Uhr ( Dauer ca. 5 h, inkl. kurze individuelle Pause) I max. Teilnehmerzahl: 15 Personen I Material und Werkzeug werden gestellt.Bitte Malkleidung mitbringen!Wir bitten um Anmeldung unter 0371 367 66 80 oder info@kunsthuette.de
Stefan Krist – Posaune, Stimme, ObjekteJohanna Schlömicher – KlavierMichael Prehofer – Schlagzeug
Das Trio East of Mozart improvisiert zu dem Stummfilm „Die Abenteuer der Biene Maja“ aus dem Jahr 1925
Urs Leimgruber – sopran saxJacques Demierre – pThomas Lehn – analogue synth
Das Trio LDL ist aus dem um Thomas Lehn zum Quartett LDP+L erweiterten Trio LDP hervorgegangen. Elemente, die bereits stil- und formbildend im Quartett mit Barre Philips wirksam gewesen sind, setzen sich in der Dreieckskonstellation des LDL-Trios fort und entfalten sich in der Gegenüberstellung der beiden Tasteninstrumente – dem akustischen Klavier und dem analogen Synthesizer, die Klangsignale technisch wechselseitig miteinander verkoppelt sind – und der Verankerung von Urs Leimgruber’s Sopransaxophon Zentrum des Klangbildes. Historisch betrachtet hat die Entstehung der Dreierformation noch andere, weiter zurückliegende Wurzeln: zum einen arbeiteten die heutigen Triopartner im Sextet SIX – später 6ix – zusammen, zum anderen sind die Konzertreisen der Duos von Urs Leimgruber mit jedem der Tastenpartner prägende Schlüsselerlebnisse. In ihrer neuen Trioarbeit destillieren Leimgruber, Demierre und Lehn all diese in diversen Kooperationen gesammelten Erfahrungen welche wie ein Hintergrundrauschen in ihre Gegenwartsmusik hinein strahlt. Das Resultat ist eine hochentwickelte Kultur musikalischer Improvisation, deren Basis das feine, höchst sensible Aushören des Klangraumes bildet. Und der Klangraum umfasst hier sowohl das musikalische Geschehen der individuellen und kollektiven Gestaltprozesse, als auch den Raum selbst, in welchem der kreative Akt stattfindet, einschlieslich seiner akustischen Beschaffenheit und der raumtransformierenden Publikumpräsenz.