K-M-S Bilder einer Großstadt

Malerei, Grafik und Fotografie

20. August 2011 bis 30. Oktober 2011

Neue Sächsische Galerie Chemnitz

Axel Wunsch, Karl-Marx-Stadt, 1969, Öl/Hartfaser, Sammlung Neue Sächsische Galerie
Gerhard Klampäckel, Punkmädchen, 1985, Öl/Leinwand, Sammlung Neue Sächsische Galerie
Peter Hofmann, aus: Inventur, 1988, Fotografie, Sammlung Neue Sächsische Galerie
Will Schestak, An der Markthalle, 1985, Kohle, Sammlung Neue Sächsische Galerie
Lutz Voigtmann, Stadtlandschaft II, 1982, Öl/Hartfaser, Sammlung Neue Sächsische Galerie

Das Bild einer Stadt wandelt sich ständig. Gerade Chemnitz hat durch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und den Wiederaufbau großer Bereiche der Innenstadt sein Gesicht sehr stark verändert. In der Sammlung der Neuen Sächsischen Galerie befinden sich zahlreiche Werke, auf denen Chemnitzer Künstler das Bild und die Atmosphäre ihrer Stadt und ihrer Bewohner aus verschiedenen Perspektiven und zu unterschiedlichen Zeiten festgehalten haben.

Die frühesten Arbeiten stammen aus der unmittelbaren Nachkriegszeit und geben einen Eindruck von der schwierigen Ausgangssituation nach 1945. Die folgenden Jahre waren geprägt vom Wiederaufbau im Zeichen des Sozialismus. Überall drehten sich die Baukräne und es entstanden jene bis heute existierenden breiten Straßen. Das Zentrum sollte mit
Großprojekten, wie dem Bau der Stadthalle und des Hotelhochhauses ein völlig neues, großstädtisches Aussehen bekommen. An der Peripherie wurden gewaltige Wohnungsbauprogramme umgesetzt. Die mehrstöckigen Wohnblöcke, errichtet in Plattenbauweise, verschafften vielen Menschen eine zeitgemäße Unterkunft mit Zentralheizung und Warmwasser. Erstaunlicherweise fand dieser Fortschritt nur wenig künstlerischen Widerhall, höchstens mit ironisch-satirischen Untertönen wie in Uwe Bullmanns „Sonntagmorgen im Neubaugebiet“. Mit der großflächigen
Rekonstruktion von Gebäudezügen auf dem Sonnenberg, nahm man sich Mitte der 80er Jahre endlich auch eines Altbauviertels an. Der Fotograf Kieu minh Viet hat diesen Prozess mit drei umfangreichen Fotoserien detailreich dokumentiert.

All diese Prozesse führten zu einer eigenwilligen städtebaulichen Durchmischung von Altbausubstanz und Neubauvierteln, von Verkehrswegen und Industrieanlagen. Zahlreiche Künstler wandten sich den vernachlässigten Vierteln und den eher „malerischen“ Ecken zu. Bröckelnde Gründerzeitfassaden, zugewachsene Hinterhöfe, marode Fabrikanlagen – alles relativ menschenleer und grau – vermitteln vielmehr das Bild einer schlafenden Kleinstadt als das
einer pulsierenden Großstadt.


Beteiligte Künstler: Marianne Brandt, Uwe Bullmann, Wolfgang Einmahl, Hermann Gabler, Peter Hofmann, Gerhard Klampäckel, Christian Lang, Florian Merkel, Klaus Neubauer, Ernst Olbrich, Lothar Rentsch, Gregor-Torsten Schade (Kozik), Will Schestak, Peter Schettler, Jean Schmiedel, Gerald Sippel, Gerdi Sippel, Christine Stephan-Brosch, Kieu minh Viet, Lutz Voigtmann, Axel Wunsch

 

Begleitprogramm

Sonntag, 18. September, 14 Uhr
Kunst in Familie: Unterwegs im Großstadtdschungel
Familiennachmittag

Sonntag, 16. Oktober 11 Uhr
Führung mit einem der beteiligten Künstler

Dienstag, 25. Oktober 19.30 Uhr
Intention und Widerhall - Künstler, Kuratoren und Publikum
im Gespräch zu Werken und Themen der Ausstellung


Öffentliche Führung donnerstags 16 Uhr

Ausstellungszeitraum: 20. August bis 30. November 2011

Die Ausstellung wird gefördert durch das Kulturbüro der Stadt Chemnitz und dem Neue Chemnitzer Kunsthütte e.V.

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