I killed my dinner with karate

Franziska Strauss - Fotografie

04. Juni 2013 bis 30. August 2013

Neue Sächsische Galerie Chemnitz

Vert#10, 2012, © Franziska Strauss und Neue Sächsische Galerie
I killed my dinner with karate #08, 2009, © Franziska Strauss und Neue Sächsische Galerie
Vert#09, 2012, © Franziska Strauss und Neue Sächsische Galerie

Franziska Strauss arbeitet seit einigen Jahren mit modernen Tanzkompanien zusammen. Einerseits dokumentiert sie deren Arbeit und Leben. Andererseits hält sie in ihren Bildern Bewegungen und Gesten der Protagonisten fest, die in höchst überraschenden Figuren und Gebärden vertrauten Gefühlen Ausdruck verleihen. Franziska Strauss rückt dicht heran, wählt drastische Figurenanschnitte und experimentiert vielfach im Belichtungsprozess. Sie zeigt dabei ihre außergewöhnliche Begabung, den Körper zum Sprechen zu bringen.

In ihrer ersten Museumsausstellung stellen wir zwei Werkkomplexe der jungen Berliner Fotografin ausführlich vor.
Franziska Strauss sucht ihre Bilder vornehmlich auf zwei Wegen. Zunächst den direkt zugreifenden, mit dokumentarischem Sinn. Hieraus entstehen verschiedene Werkgruppen: Sammlungen dokumentarischer Art und extrem in die Nahsicht genommene Porträts performativer tänzerischer Szenen. Diese Arbeiten sind vorwiegend monochrom gehalten. Die zweite Gruppe ihrer Bildwerke ist dem entgegen von räumlicher Weite und fernerer Sicht getragen.

Franziska Strauss ist keine Tanzfotografin im herkömmlichen Gebrauch des Wortes. Die Wahl ihres Arbeitsfeldes liegt angesichts der eigenen Biografie nahe, jedoch deckt sie sich auch mit einem zentralen Interesse der Künstlerin - der Spiegelung der unmittelbaren Ausdrucksfähigkeit des Menschen über den eigenen Körper im fotografischen Bild. Ihre Fotos zeigen vielfach, wie stark sich diese Fähigkeit entwickeln lässt. Ähnlich im Zugriff wie Robert Mapplethorpe, bleibt den Figuren Franziska Strauss‘ doch dessen coole Distanz erspart. Die Bekleidung stört den Fluss der schönen Körperlinien, erinnert an das Tatsächliche jenseits des schönen Bildes, die Arbeit jenseits des Fotos und die Realität eines knochenharten, den Körper verschleißenden Berufes.

Das fotografische Gegenprogramm verfolgt die Künstlerin genauso beharrlich. Thema ist die Unschärfe, die in bildnerischer Übersteigerung die Zeiterfahrung und Bewegung mit hinein holt. Porträts werden so aus dem spezifischen Ausdrucksgehalt ihrer Bewegungen beschrieben, ähnlich Erinnerungen, die nicht nur aus Schnappschüssen sondern zu ganz wesentlichen Teilen aus Situationen und Abläufen bestehen - eine Idee, die der Maler Francis Bacon zuletzt am eindrücklichsten und in ähnlicher formaler Lösung nutzte. Die Bewegung schafft neue Bildformen. Sie verwandelt die anthropomorphen Motive in geometrische Strukturen. Reduzierungen der Bewegungsgeschwindigkeit konkretisieren Objektteile, machen Hände, Körperumrisse, Gliedmaßen identifizierbar und damit die neuen abstrakten Bildformen zu metaphorischen Gestalten der Befindlichkeit der Akteure und Darsteller.

Biografie
1984 geboren in Cottbus
2006 - 2010 Studium Fotodesign, Hochschule München
Praktika / Assistenzen bei den Fotografen Todd Rosenberg (Chicago), Danny Clinch (New York), Platon (New York), OSTKREUZ Agentur der Fotografen (Berlin)
2010 Bachelor of Arts
2011 BFF - Förderpreis und Reinhart Wolf Preis
seit 2010 freie Fotografin in Berlin
mehr zur Künstlerin: www.franziskastrauss.com
Egbert Baqué Contemporary Art Berlin, www.berlin-contemporary-art.com

Es erscheint der erste Katalog zum Werk der Künstlerin, gemeinsam herausgegeben mit der Galerie Egbert Baqué Contemporary Art.
Katalog 60 Seiten, 51 Abbildungen

Plakat A1 Digitaldruck


Jahresgaben Franziska Strauss

Begleitprogramm

Öffentliche Führung dienstags 17 Uhr

Ausstellung vom 4. Juni bis 30. August 2013

Gefördert vom Kulturbüro der Stadt Chemnitz, der Galerie Egbert Baqué Contemporary Art Berlin
und dem Neue Chemnitzer Kunsthütte e.V.

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