Elke Hopfe

grafische Bilder

30. August 2011 bis 20. November 2011

Neue Sächsische Galerie Chemnitz

Weiblicher Akt, 2010, , Graphit auf Papier, 100 x 75 cm, © VG Bild-Kunst Bonn
Porträt M. F., 2009, Graphit auf Papier, 100 x 75 cm, © VG Bild-Kunst Bonn
Verwandlung, 2010, Graphit auf Papier, 100 x 75 cm, © VG Bild-Kunst Bonn

Mit der erstmaligen Präsentation des Werkes von Elke Hopfe in der Region Chemnitz stellt die Neue Sächsische Galerie wieder einmal ein künstlerisches Lebenswerk von außergewöhnlicher Stringenz und Ausdrucksintensität vor.

Die mittlerweile emeritierte Professorin der Dresdner Kunsthochschule arbeitete viele Jahre im Stillen, unbekümmert um Marktpräsenz oder gar -erfolg. Elke Hopfe wendet sich kontinuierlich dem Menschenbild zu, versucht die um sie herum Lebenden in ihrem seelischen Wesenskern zu erfassen und zu verbildlichen. Jeder Mensch zeigt anderes, und so wird jedes neue Bild zu einer neuen Aufgabe unvorhersehbaren Ausgangs.

Unverzichtbar für Elke Hopfe ist das unmittelbare Gegenüber, der prägende Eindruck der Porträtierten, auch wenn sie sich im Zuge der Bildentwicklung oft weit von einer empirisch-illusionistischen Darstellung entfernt.

Mit Elke Hopfe vertraut wieder einmal jemand auf die Zeichnung als vollwertiges künstlerisches Ausdrucksmittel. Sie nimmt damit im sächsischen Kunstgeschehen eine solitäre Position ein und knüpft eher an die formalen Entwicklungen der klassischen europäischen Moderne um Picasso an. Ihre radikale Beschränkung auf großformatige Papierbögen, Graphitstift und Radiergummi schuf ein unverwechselbares eigenes Oeuvre und stellt zudem mit dem aktiven Einsatz des Radiergummis die Jahrhunderte geltende Doktrin des virtuosen, nichts zurücknehmenden Zeichners zugunsten neuer Ausdrucksmöglichkeiten in Frage. Ein Arbeitsprozeß wird sichtbar, jedoch nicht nachvollziehbar, sondern in einen gültigen Teil der Endfassung verwandelt. Einmal auf das Schwarzweiß eingesehen, empfindet der Betrachter trotz der reduzierten Mittel deutlich die enormen und entschiedenen Kontraste in Elke Hopfes grafischen Bildern. Körperlichkeit entsteht im Vor- und Zurücktreten der verschiedenen Grautöne. Die Bildspannungen entfalten dazu wesentlich am Verhältnis der Figuren zur gesamten Blattfläche als dem Handlungsraum ihrer Figuren.

Die Ausstellung präsentiert etwa 50 Arbeiten der Künstlerin aus den letzten zwanzig Schaffensjahren.
Dankenswerterweise liegt seit 2010 ein umfangreicher Katalog der Edition Beyer, Dresden vor, der in der Ausstellung zu erwerben ist.

Vita
1945 geboren in Limbach-Oberfrohna, Studium an der HfBK Dresden, dann freischaffend, seit 1992 Professur an der HfBK, 2010 Kunstpreis der Stadt Dresde, 2011 Emeritierung
elkehopfe.com

Begleitprogramm

Dienstag, 27. September 19.30 Uhr
Elke Hopfe im Gespräch
An diesem Abend besteht zu einem Ausstellungsrundgang die Gelegenheit mit der Dresdner Zeichnerin zu ihren Themen und Herangehensweisen ins Gespräch zu kommen.

Sonntag, 6. November 14 Uhr
Kunst in Familie - Zeichnen mit dem Radiergummi
Familiennachmittag


Öffentliche Führung donnerstags 16 Uhr

Ausstellungszeitraum: 30. Oktober bis 20. November 2011

Die Ausstellung wird gefördert durch das Kulturbüro der Stadt Chemnitz und den Neue Chemnitzer Kunsthütte e.V.

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