100 Sächsische Grafiken 2014

10. Grafikbiennale - Flachdruck

08. Juli 2014 bis 28. September 2014

Neue Sächsische Galerie Chemnitz

Vlado Ondrej, Kristall, 2013, Cliché verre, 380ß x 300 mm, Auflage 12+3 e.a., © VG Bild-Kunst Bonn
Patrick Fauck, Phaenomen, 2012, Lichtdruck, 690 x 480 mm, Auflage 30, © VG Bild-Kunst Bonn
Greogor Kunz, Nach Ithaka (D3),, 2013/14, Collage/Montage in Pigmentdruck/Giclée, 350 x 520 mm, Unikat
Nora Mona Bach, zu Leonie Svann, Blatt 1, 2014, Lichtdruck, 320 x 480 mm, Auflage 60
Jürgen Schieferdecker, Eigentumsfrage?, 2013, Digitaldruck, 510 x 720 mm, Auflage 2

Die zehnte Biennale der 100 Sächsischen Grafiken stellt das grafische Verfahren des Flachdrucks ins Zentrum. In der Ausstellung werden die unterschiedlichsten zeitgenössischen Umgangsweisen mit der Lithografie, der Schablithografie und dem Lichtdruck, aber auch mit moderneren technischen Entwicklungen präsentiert. Insbesondere aus den Zentren der sächsischen Druckgrafik in Leipzig und Dresden zeigen wir dazu viele experimentelle Arbeiten oder Werke, die verschiedene Druckverfahren kombinieren. Die Ausstellung reflektiert aktuelle Entwicklungen der letzten zwei Jahre. Immer stärker hält die Verwendung fotografischer Bildvorlagen Einzug in die Druckgrafik. Die Möglichkeiten digitaler Vorarbeit und die besondere Eignung moderner Flachdruckverfahren wie Laserdruck befördern dies. Oftmals sind die so entstandenen Bilder Ausgangspunkt für bildnerische Experimente, die die Vorstellung eines einheitlichen Bildraumes zugunsten von Bildmontagen hinter sich lassen. Dies kann bis zu mehrschichtigen räumlichen Arbeiten gehen, die das Bild der Grafik erst im Auge des Betrachters zur Einheit zusammenführen.

Der früher entscheidende Vorteil der Lithografie, in großer Auflage Drucke gleichbleibender Qualität herstellen zu können, spielt heute quasi keine Rolle mehr. Die Einreichungen dieses Jahres dokumentieren eine Tendenz, die von den Qualitäten der Vervielfältigbarkeit und Schnelligkeit immer mehr abrückt in Richtung unikater und verfeinerter Druckwerke. Trägermaterialien wechseln und die Bildfindung muss schon lange nicht mehr allein auf einer Zeichnung basieren wie es der griechische Ursprung des Wortes suggeriert.

Zum Wettbewerb eingereicht hatten 96 Künstler 305 Arbeiten. Für die 100 ausgewählten Grafiken galten der Jury immer die überzeugende Form und die Prägnanz der künstlerischen Sprache als höchste Kriterien. Ihr gehörten Christoph Feist, Inhaber des Lehrstuhls für Zeichnen und Bild an der HGB Leipzig, der Dresdner Grafiker und Maler Hubertus Giebe, Carolin Quermann, Kunstwissenschaftlerin an der Städtischen Galerie Dresden, der Leiter des Malzhauses Plauen, Peter Hochel sowie Mathias Lindner von der Neuen Sächsischen Galerie an.

Dank großzügiger Spenden konnten erneut acht Preise für herausragende Arbeiten vergeben werden. Die Neue Sächsische Galerie dankt, dass fast alle von der Jury für die Ausstellung bestimmten Arbeiten von den Künstlerinnen und Künstlern durch Schenkung der Sammlung des Museums übereignet wurden. Damit helfen sie, eine lange Tradition fortzusetzen und fügen einen neuen Baustein zu einer der umfangreichsten und niveauvollsten Dokumentationen zeitgenössischer sächsischer Grafik hinzu. Die Galerie bemüht sich im Gegenzug verstärkt, diese öffentliche Sammlung auch öffentlich sichtbar und einfach zugänglich zu machen. Der letzte und wichtigste Dank gilt jedoch der großen Zahl der einreichenden Künstler, die unserem Aufruf ein weiteres Mal gefolgt sind und damit die Strahlkraft und Bedeutung dieses wichtigsten Projektes zur Bestandsaufnahme der heimischen Grafikszene und ihrer Entwicklungstendenzen eindrucksvoll bestätigen.


Beteiligte Künstler:
Aurelia Annus, Nora Mona Bach, Christian Bold, Fritz Bonß, Wolfgang Bruchwitz, Michele Cyranka, Manuela Dathe, Klaus Drechsler, Elisabeth Eisbein, EISBEIN/ENGELN, Patrick Fauck, Bernard Granger, Franziska Güttler, Wolfgang Henne, Frank Herrmann, Karl Herrmann, Klaus Hirsch, Patricia Hörauf, Yvette Kießling, Jean Kirsten, Stefan Knechtel, Antje Krohn, Gregor Kunz, Andrea Lange, Volker Lenkeit, Felix Lippmann, Petra Lorenz, Barbara Mäder-Ruff, Ramona Markstein, Petra Natascha Mehler, Jörn Micheal, Ellen Möckel, Maja Nagel, Lysann Németh, Vivien Nowotsch, Maria Ondrej, Vlado Ondrej, Tanja Pohl, Dagmar Ranft-Schinke, Lothar Rericha, Vicky Ritter, Sandra Rosenstiel, Isolde Roßner, Andreas Rudloff, Jürgen Schieferdecker, Anja Seidel, Bernd Steinwendner, Bianca Strauch, Frank Voigt, Dieter Weise, Ines Weisheit, Christiane Werner, Anja Winkler, Elke Wolf, Axel Wunsch, Silvio Zesch

Preisträger
Grafikpreise der Volksbank Chemnitz eG:
Wolfgang Henne; Bernard Granger; Frank Voigt
Grafikpreise der Erzgebirgssparkasse:
Ellen Möckel; Barbara Mäder-Ruff
Grafikpreis der Sozietät Handschumacher Partner Rechtsanwälte:
Vlado Ondrej
Kunsthüttenpreis: Gregor Kunz
Stipendium des Sächsischen Druckgrafiksymposions Hohenossig: Nora Mona Bach

Katalog mit Abb. aller ausgestellten Werke.

Begleitprogramm

Sonntag, 7. September 14 Uhr
Kunst in Familie: Druckexperimente
Nach einem Ausstellungsrundgang wollen wir mit verschiedenen Materialien experimentieren und selbst eine Grafik drucken.

Sonntag, 28. September 11 Uhr
Führung mit teilnehmenden Künstlern

Museumspädagogische Angebote

„Drucken ist ein Abenteuer“ (HAP Grieshaber)
Ausstellungsrundgang und Drucken einer Grafik mit Naturmaterialien
(um Anmeldung wird gebeten)



Öffentliche Führung dienstags 17 Uhr

 

Pressemitteilung

Ausstellungszeitraum: 8. Juli bis 28. September 2014
Unser besonderer Dank gilt allen Künstlern, die sich am Wettbewerb beteiligt haben, den Förderern des Kataloges sowie den Stiftern der ausgelobten Preise.

Gefördert vom Kulturbüro der Stadt Chemnitz und den Neue Chemnitzer Kunsthütte e.V.

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