Dagmar Ranft-Schinke - Schöne neue Welten

Zeichnung Drahtobjekte Malerei Grafik

29. April 2014 bis 29. Juni 2014

Neue Sächsische Galerie Chemnitz

Pegasus, Drahtplastik, 2002/03, © VG Bild-Kunst Bonn
Fragmente alten Götterglaubens, 1979, Mischtechnik, © VG Bild-Kunst Bonn
Genspruch 2.2, 1997, Tusche, © VG Bild-Kunst Bonn
Seltsame Vögel, 2013, Mischtechnik, © VG Bild-Kunst Bonn


Dagmar Ranft-Schinke arbeitet mit Ernst und viel Humor zugleich gegen den allgemeinen Gleichmut, das Sicharrangieren, das schwindende Bewusstsein der Verantwortung jedes Einzelnen. Wenn Bürokratie sich nur noch selbst erfüllt, Politik, im Großen wie im Kleinen, die Menschen vergisst, deren Bestes ihr Sinn sein sollte, dann wird DRS aktiv. Sie mischt sich unermüdlich ein. Ranft-Schinke ist eine Erzählerin. Ihre Bilder wollen Botschaften sein, wollen Missstände benennen, Absurditäten zeigen, sie in karikierender Form erträglich machen, ohne ihnen das Gewicht zu nehmen. Sie fordert Haltung ein.

DRS schuf sich in den mittlerweile fast fünfzig Jahren künstlerischer Arbeit ein Figurenrepertoire, das die Themen des Friedens, der Freiheit und Selbstbestimmung, des Respekts, der Liebe zu den Naturgegebenheiten und der wissenschaftlichen Verantwortung vertritt. Die Künstlerin ist Romantikerin, aber in wenig deutscher Tradition. Sie nutzt nicht die Bilder und Motive christlicher Tradition, wie es unter den nahestehenden Künstlerkollegen insbesondere aus DDR-Zeiten her üblich war und auch heute noch ist. Sie sucht weniger vorbeladene, von ihr noch zu bestückende Figuren. Also erfindet sie: Robot Attila assoziiert die unnachgiebige Machtgestalt des Mittelalters in den Kontext der Gentechnologie. Ihr Pegasus schwebt ohne Reiter – ein Symbol der ungebrochenen Natürlichkeit, die uns meist nur als Schemen vor Augen tritt - ein Bild der Unschuld und Freiheit, am eindrucksvollsten als freischwebende Drahtplastik. Professor Smith, Inbegriff des fanatischen Technikers, träumt von der Natur. Gemeinsam ist vielen Blättern die Verwendung des Wortes. Dagmar Ranft-Schinke schreibt selbst: Sprüche, Briefe, Dialoge und zitiert und verbildlicht Texte ihr wertvoll gewordener anderer Autoren. Monterroso, Brecht, Morgenstern, Goethe...Die Ausstellung präsentiert das von Zeichnung und Schrift dominierte Werk der Chemnitzer Künstlerin in den unterschiedlichsten Medien und Techniken.

Biografie
1944 in Chemnitz geboren  I  1963 - 1968 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig u.a. bei Werner Tübke, Diplom bei Wolfgang Mattheuer  I  ab 1968 freischaffend als Malerin und Grafikerin in Chemnitz, Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR  I  1969 erste Arbeiten zu Pegasus‘ Vision und Mensch-Natur  I  1977 - 1982 Mitglied der Künstlergruppe „Clara Mosch“  I  1977 erste Bilder zum Thema Inkareflexionen (später Präkolumbische Reflexionen)  I  1980-81 Drosophila oder die Versuchung, erstes Bild zum Thema Gentechnologie  I  ab 1982 längere Studienreisen in den Kaukasus und nach Mittelasien  I  1988 große Mappenbücher, genähte Collagen  I  ab 1990 Einbeziehung von Lyrik (NON NON-Texte), Künstlerbriefe und Malaktionen zu eigenen Texten, verstärktes Hinwenden zum Thema Metamorphosen  I  1992 erste begehbare Bilder, das sind im digitalen Raum inszenierte Zeichnungen und Radierungen, den der Besucher mit Hilfe der Maus durchstreifen kann, in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (Cyberspace, Interaktive Kunst)  I  ab 1997 Beginn des Themenkomplexes Das biotechnische Zeitalter in Bildern, Grafiken und Texten  I  2001 erste Objekte aus Acryl und Metall  I  lebt in Chemnitz-Adelsberg
Dank für die großzügige Unterstützung an die Leihgeber, Kunstsammlungen Chemnitz und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Kunstfonds.


Pressemitteilung

Begleitprogramm

Samstag, 3. Mai 20 Uhr
Museumsnacht
Ausstellungsrundgang und Gespräch mit DRS

Sonntag, 18. Mai 14 Uhr
Kunst in Familie: Wenn Pferde fliegen...
Familiennachmittag

Sonntag, 15. Juni 11 Uhr
Öffentliche Führung mit dem Kurator der Ausstellung

Dienstag, 17. Juni 19 Uhr
Lesung
Bernd Thiele liest Lieblingstexte der Künstlerin von Augusto Monterroso, Christian Morgenstern
und anderen.

Museumspädagogische Angebote

Von Schnecken, Torten und Kaffeekannen
(um Anmeldung wird gebeten)



Öffentliche Führung dienstags 17 Uhr


Pressemitteilung

Ausstellungszeitraum: 29. April bis 29. Juni 2014

Dank für die großzügige Unterstützung an die Leihgeber, Kunstsammlungen Chemnitz und den
Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Kunstfonds.

Gefördert vom Kulturbüro der Stadt Chemnitz und dem Neue Chemnitzer Kunsthütte e.V.
Parallel zeigt die Galerie Weise (Chemnitz, Innere Klosterstraße 1) vom 23. April bis 21. Juni Dagmar
Ranft-Schinke. Notizen. Arbeiten aus vier Jahrzehnten. www.galerie-weise.de

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